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Berichte 2011

Feuerwehr-Seelsorge in der Gemeinde Rosdorf

Details

Schwere Verkehrsunfälle mit Verletzten und Toten, Suizid, sowie tragische Einsätze aller Art sind nicht nur für Angehörige eine schwere psychische Belastung. Auch die Einsatzkräfte sind meist "mittendrin". Oft lässt einen das Erlebte nicht mehr los und kann sogar zu einer "posttraumatischen Belastungsstörung" führen. Da reichen die Gespräche mit den Kollegen nicht mehr aus und fachliche Hilfe sollte in Anspruch genommen werden.

Seit dem 01. Dezember kann die Feuerwehr der Gemeinde Rosdorf nun auf einen Feuerwehr-Seelsorger für diese professionelle Aufgabe zurückgreifen. Diplom-Theologe und Pastoralreferent Werner Hohmann hat das Ehrenamt des Notfallseelsorgers übernommen und steht der Feuerwehr zur Verfügung.

Zu seiner Person, seinen Beweggründen und seiner Tätigkeit haben wir mit ihm ein kurzes Interview geführt.

Herr Hohmann, wie lange sind Sie schon in der Seelsorge tätig?

"Seit 1987, wobei der Schwerpunkt zunächst in der Gemeindearbeit lag. 1999 wurde ich mit einer halben Stelle in der damaligen JVA Göttingen Gefängnisseelsorger und arbeite seit dem Neubau in der JVA Rosdorf. Seit etwa 11 Jahren bin ich Mitglied der "Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge Göttingen und Umgebung". Mit den anderen 50 % meiner Arbeitszeit widme ich mich Fragen der Spiritualität und der religiösen Erwachsenenbildung in Bistum Hildesheim und bin dann oft zwischen Hann. Münden und Cuxhaven unterwegs.

 

Warum haben Sie die Aufgabe als Feuerwehrseelsorger in der Gemeinde Rosdorf übernommen?

"Zunächst einmal, weil mich Gemeindebrandmeister Martin Willing darauf angesprochen hat. Wichtig ist mir aber auch noch eine Schlüsselerfahrung, die mir vor einigen Jahren die Notwendigkeit von Seelsorge in Notfällen und mit Feuerwehrleuten überhaupt erst erschlossen hat. Als Autofahrer kam ich zufällig zu einem schweren Verkehrsunfall mit zwei Toten hinzu. Kurz darauf trafen ebenso zufällig Eltern und Geschwister eines der Unfallopfer ein. Es galt, ihnen die ganze Grausamkeit dieser Situation, so gut es ging, durchstehen zu helfen. Nach dem Einsatz ging es vor allem um die Feuerwehrleute, die die beiden Toten, mit denen sie z.T. befreundet waren, gerade aus ihren Fahrzeugen herausgeschnitten hatten. Hier war ich wirklich Notfall-Seelsorger, obwohl ich damals diesen Titel noch gar nicht trug.

Nach all den Jahren kann ich sagen, dass ich es für einen sehr wichtigen Dienst der Kirche halte, in Notsituationen für andere da zu sein, besonders auch für die, die sich selbst dem Dienst am Nächsten verschrieben haben - wie eben die Feuerwehrleute. Auch Einsatzkräfte können nämlich schwer getroffen sein durch das, was sie im Einsatz erlebt haben. Salopp gesagt: Wenn wir Kirchenleute in diesen Situationen, also "wenn's brennt", nicht mehr da sind für die Menschen, können wir auch sonst eigentlich ganz zu Hause bleiben.

 

Welche Erfahrungen konnten Sie als Notfallseelsorger bereits sammeln?

"Es ist eine Vielfalt von Einsätzen, die ich bisher erlebt habe, sei es zusammen mit der Polizei die Überbringung von Todesnachrichten an ahnungslose Angehörigen nach schweren Verkehrsunfällen oder die Betreuung von älteren Menschen, wenn der Lebenspartner plötzlich und unvorbereitet in ein Krankenhaus eingeliefert wurde und sie auf Hilfe angewiesen sind. Manchmal ist viel Zuhören nötig, mitunter auch gemeinsames Schweigen, wenn einem - auch mir! - die Worte fehlen. Oder es geht um die Organisation der ersten Schritte nach einem plötzlich hereinbrechenden Unglück. Das ist für viele Angehörigen eine Überforderung, bei der jede Begleitung und Unterstützung willkommen ist.

Es geht also immer um individuelle Hilfe für den Einzelnen , um mit schwer verarbeitbaren Erlebnissen besser umgehen zu können.

 

Wer kann sich an Sie wenden und wie kann man Sie erreichen?

"Meine Telefonnummer ist bei der Einsatzleitstelle Göttingen hinterlegt. Von dort werde ich auf Anforderung per Telefon oder Funkmeldeempfänger informiert und zu einer Einsatznachbesprechung im Feuerwehrhaus oder auch, wenn nötig und sinnvoll, direkt an den Einsatzort gerufen. Für den Fall individueller Nachsorge ist meine Nummer bei den Feuerwehren der Gemeinde Rosdorf bekannt. So kann sich im Prinzip jede Feuerwehrfrau und jeder Feuerwehrmann an mich wenden.

Eine Einschränkung allerdings gibt es: Meine normalen beruflichen Verpflichtungen, zu denen ja auch die 50%-Stelle in Hildesheim gehört, müssen es organisatorisch und von der Zeit her zulassen.

 

Wie können Sie helfen?

Zunächst einmal schlichtweg durch Zuhören, zu verstehen versuchen, was die einzelne oder den einzelnen belastet, was an sich schon eine große Entlastung sein kann. So können Kraftquellen frei werden, die das Leben mit der Belastung erleichtern. Es geht ja nicht darum, nach dem Motto "Ist doch gar nicht so schlimm" oder "Das wird schon wieder" oberflächlich ein Pflästerchen draufzukleben, sondern das Schwere und Drückende mit hinein zu nehmen in den Alltag, so dass es sich nach und nach wandeln kann und an Schwere verliert. Wo das mit den Mitteln der Seelsorge nicht gelingt, kann sicher auch eine andere Form von professioneller Hilfe nötig sein.

 

Wer erfährt, von wem Sie in Anspruch genommen werden, und was kostet das?

"Als Seelsorger bin ich zur Verschwiegenheit verpflichtet. D.h. was mit mir besprochen wird, bleibt in dem Raum, in dem es gesagt wurde, egal ob es sich um eine Einsatznachbesprechung mit mehreren oder um ein vertrauliches Gespräch zu zweit handelt.

Ich übernehme diese Aufgabe ehrenamtlich, so wie jede Feuerwehrfrau und jeder Feuerwehrmann. Es entstehen also keine Kosten. Der Gemeindebrandmeister meinte neulich ja, mein Dienst sei "unbezahlbar". Hoffen wir, dass er Recht behält.

 

In welchem Verhältnis steht Ihr Dienst zu der örtlichen Seelsorge in den Kirchengemeinden?

Ich sehe meinen Dienst in Ergänzung zur territorialen Seelsorge und hoffe, dass meine eigene Konfession - ich gehöre als Katholik in unserer Gegend ja zur Minderheit - dabei kein Problem ist. Der eigene Pastor/die Pastorin im Ort sollte "erste Wahl" sein und bleiben, zumal wenn ein Vertrauensverhältnis besteht. Aber manchmal kann es auch sinnvoll und für Betroffene "dran" sein, sich anderweitig zu orientieren. Feuerwehrseelsorge ist ein offenes Angebot. Wenn sie in Anspruch genommen wird, spielt zu Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession, Kirche oder Religion keine Rolle.

 

Vielen Dank, Herr Hohmann, für das Gespräch.

 

Werner Hohmann - zur Person:

Werner Hohmann, Jahrgang 1959, stammt aus einem kleinen Dorf in der Rhön, in dem er bis heute Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist. Er hat von 1978 – 1985 katholische Theologie in Fulda, Toulouse und Innsbruck studiert. Von 1987 - 1990 absolvierte er eine berufspraktische Ausbildung zum Pastoralreferenten in Hannover und Hildesheim.

Seit 1991 ist er im Raum Göttingen tätig, acht Jahre davon in der Gemeindeseelsorge der Citykirche St. Michael. 1999 wurde er mit halber Stelle Gefängnisseelsorger, zunächst  in der JVA Göttingen, seit 2008 in der JVA Rosdorf. Mit der anderen Hälfte leitet er das Referat für spirituelle Bildung in der Arbeitsstelle für pastorale Fortbildung und Beratung des Bistums Hildesheim.

Werner Hohmann ist Mitglied der „Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft  Notfallseelsorge Göttingen und Umgebung“. Er wohnt im Rosdorfer Ortsteil Lemshausen, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

   

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